Matthi Bolte
für grün begeistern.Archiv für September, 2008
Zeit ist’s!
Für einen Wechsel, sogar in Bayern! Super Sepp und viele, viele weitere Freundinnen und Freunde haben’s gepackt und zeigen, dass die Zeit reif ist für eine andere Politik. Die Grünen haben zugelegt, und auch alle anderen „kleinen“ Parteien haben mehr Stimmen erhalten. Es tut sich also was im Parteiengefüge: die selbsternannten Volksparteien haben abgewirtschaftet. Deshalb ist es dringend nötig, dass die FDP und die Freien WählerInnen sich von der CSU fernhalten.
Aber das ist noch Zukunftsmusik. Heute Abend geht’s ums feiern. Herzliche Glückwünsche von Bielefeld nach Bayern!
Positionspapier zur Kinder- und Jugendkulturarbeit
Es ist vieles in Bewegung in Bielefeld, auch die Kinder- und Jugendkulturarbeit soll sich verändern. Ich habe daher für die Grüne Ratsfraktion ein Positionspapier hierzu entwickelt. Unter dem Titel „Jetzt die Chance nutzen: Für eine selbstbestimmte, erweiterte und partizipative Kinder- und Jugendkulturarbeit“ stellen wir Kulturarbeit auf die Füße kommunaler Jugendpolitik. Im Mittelpunkt steht die gerechte und gleichwertige Behandlung selbstorganisierter Jugendkultur, denn Kultur ist überall und mitten im Leben.
Das war wohl nix, Pit!
Das Westfalenblatt wollte gerne wissen, was die OB-KandidatInnen voneinander halten. Dass Bernd Landgraf und Pit (wie das WB so gerne schreibt „Peter“) Clausen eher kuschelig über einander sprachen, passt zur faktischen großen Ratskoalition. Was Clausen aber über Marianne Weiß sagte, zeigt mal wieder, wie gut es war, dass sich die Grünen für eine eigene Kandidatin entschieden haben: „Umweltschutz beginnt damit, seine Stimme nicht wegzuwerfen“. Schau an.
Lieber Pit, schön, dass du dir Gedanken über Umweltschutz machst. Sag doch mal deiner Partei, dass Projekte wie dieser Ausbau der Detmolder Straße, die L712n oder die A33 (quer durch die Naturschutzgebiete, in denen ich früher Kröten über die Straße getragen habe) nichts weiter als aberwitzig sind. Schlimmer finde ich es allerdings, welches Demokratieverständnis – oder vielmehr: Unverständnis – hinter solchen Aussagen steht. Zu unterstellen, dass es allen Ernstes KandidatInnen gibt, bei denen man die Stimme wegwirft, ist schon mal total daneben. Jede demokratische Partei hat in diesem Land gefälligst Menschen aufzustellen, ein Angebot zu machen, dann funktioniert Demokratie. Und es ist nicht das Privileg der sogenannten Volksparteien (was man von einer SPD, die in bundesweiten Umfragen seit Jahren zwischen 20 und 25 Prozent rumkrebst, mal gepflegt in Zweifel ziehen kann), OberbürgermeisterInnen zu stellen.
Nein Pit, wenn es um Umweltschutz geht, solltest du dich so vornehm zurückhalten wie die Bielefelder SPD in den letzten Jahren. Oder anfangen. Als erstes würde ich vorschlagen, auf den Clausen des Monats zu verzichten. Der kostet nur Papier. Und das kostet nur Bäume.
(Übrigens fragen sich nicht nur Grüne, wer bei der Baumerhaltungssatzung auf der Bremse steht…)
Antrag im Sportausschuss
In der nächsten Sitzung des Sportausschusses (Dienstag, 16.9.) beantragen die Bielefelder Grünen einen städtischen Fonds zur Vor- bzw. Mitfinanzierung von Kursen zur Förderung von Bewegung, Sport und gesunder Ernährung. „Viele Kinder und Jugendliche in Bielefeld ernähren sich ungesund, treiben nicht genug Sport und bewegen sich zu wenig. Das muss sich ändern“, erklärt Matthi Bolte, Mitglied im Schul- und Sportausschuss.
Mittlerweile hat sich ein breites Kursangebot entwickelt, vielfach werden die Kursgebühren von durchschnittlich etwa 150 Euro auch durch Krankenkassen vollständig oder anteilig rückerstattet. „Das Problem, das wir jetzt angehen wollen, ist, dass die Kassen erst nach dem Kurs die Gebühren zurückerstatten, wodurch gerade Kinder aus finanziell schwächeren Familien ausgeschlossen werden. Gerade in diesen Schichten sind die Probleme, die aus einem ungesunden Lebensstil resultieren, aber besonders groß“, erläutert Bolte die Intention des Antrags.
„Dieser Fonds ist nicht als Konkurrenz zum „Bielefelder Kinderfonds“ der Stiftung Solidarität gedacht“, ergänzt Fraktionssprecherin Inge Schulze. Dieser sei auf die Teilhabe am gesellschaftlichen, sportlichen und kulturellen Leben ausgerichtet. Der beantragte Fonds setzt direkt bei der Gesundheitsförderung an – „und das ist eine städtische Aufgabe“, findet Schulze.
Wir stecken das Geld lieber in neue Bücher als in alten Beton!
Die Linke wirbt gegen den Abriss der Stadtbibliothek, gegen die Privatisierung der Stadtbibliothek und dagegen, Kindern und Jugendlichen Bildungsmaterial wegzunehmen. Richtig so, finde ich!
Richtig finde ich aber auch: Eine Kreissparkasse ist nicht geeignet für eine Bibliothek. Ein gemietetes Haus mit einem verdammt günstigen Mietzins ist besser als ein marodes Millionengrab, das sich in öffentlichem Eigentum befindet. Erst recht, wenn der Erhalt dieses Millionengrabs das doppelte kostet wie eine moderne Bibliothek im Amerikahaus, die selbstverständlich in städtischer Hand bleibt. Wer als Investor wirtschaftlich arbeiten will, sollte sich keine Stadtbibliothek halten – die sind und bleiben ein Zuschussgeschäft! Dass eine Stadtbibliothek städtisch bleibt, ist doch wohl klar. Dass wir Kinder und Jugendliche fördern wollen, auch gerade diejenigen, die aus weniger vermögenden Familien kommen, zeigen unsere vielen Initiativen im Bereich Schule, Sport und Jugendhilfe.
Was passiert also? Die Linke verbreitet Behauptungen, die mit der Realität nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. Die Linke spielt mit Ängsten und Panikmache. Und – und das nervt mich wirklich – die Linke instrumentalisiert ein Bürgerbegehren und sorgt damit für Politikverdrossenheit. Gute Politik geht anders.
Wie, das zeigt unser Flugblatt für eine moderne Stadtbibliothek.
Da zeigt sich auch, dass die Linke den großen Fraktionen im sinnlos-Geld-ausgeben in nichts nachsteht. Sonst würde sie wohl kaum den Zwei Millionen plus X zustimmen, die die Stadt auf den Tisch des DFB legen darf, wenn Bielefeld tatsächlich Austragungsort der Fußball-WM der Frauen wird.



