Protest 2.0

Tja, mit soviel Solidarität der Bloggergemeinschaft hat die Bahn wohl nicht gerechnet. Sonst hätte sie wohl kaum Markus Beckedahl von netzpolitik.org abgemahnt, weil er ein Dokument über die Bahn und ihre Spitzeleien veröffentlicht hat.

Wir alle kennen die Bahn und insbesondere Hartmut Mehdorn als Garant lustiger Abenteuer, Arbeitgeber mehr oder minder freundlichen Personals (obwohl ich echt sagen muss, da hat sich was getan), Kleinkrämer mit Weltmachtambitionen und jawohl – den erfolgreichsten und penetrantesten Privatisierungsscheiterer.Dass unsere FreundInnen in Rot-Weiß sich jetzt noch an der Pressefreiheit vergreifen, passt irgendwie zu ihrer Strategie, für die Mehdorn ja sogar schonmal ausgezeichnet wurde.

Wie auch immer: Die Bahn hat Beckedahl abgemahnt und was folgte, war eine Solidaritätswelle erster Klasse. Nicht nur, dass vermutlich kaum eine Meldung bei Twitter in den letzten Monaten so oft retweetet wurde wie diese Nachricht mit dem entsprechenden Hilferuf. Binnen weniger Stunden waren alle großen Onlineredaktionen im Bilde und veröffentlichten die Meldung an prominenter Stelle, heute kamen auch die Printmedien dazu. Das Desaster für die Bahn ist perfekt: Nicht nur dass sie immer tiefer in den Spitzelsumpf abgleitet, sie hat so ziemlich die gesamte Netzgemeinde gegen sich (wobei ich vermute dass bahn.de ein präventiver Racheakt ist) und auch eine Reihe PolitikerInnen unterschiedlicher Lager.

Die Konsequenz kann nur sein, dass die Bahn anfängt, mal nachzudenken. Und das geht am besten ohne alle verantwortlichen der Spitzelaffäre. Vor allem: ohne Mehdorn.

Und natürlich: Das Dokument, das den Ausschlag für die Aktion gegeben hat, vielfach veröffentlichen.

~ von matthibolte am 4. Februar 2009.

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