Matthi Bolte

für grün begeistern.

Archiv für April, 2009

WUMS*

Nach der großartigen Satire von Frontal21 vom letzten Dienstag folgt nun ein weiterer Anschlag auf den WUMS. Diesmal vom Poetry Slam beim Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND.

Der Wums!

Wer Unter Menschen Seine
Wahre, Unverstellte Meinung Sagt
Wird Unumstößlich Mehrmals Sehen
Wie Umstände Mittelmaß Säen
Wider Unseren Mächtigen Slogan
Werden Umsonst MännerInnen Streiten
“Wehe Uns”, Meinte Selbst
Weise Urgesteine Mit Säuerlichkeiten
W         U                    M    S

gemopst aus dem Blog der GJ.

* WUMS ist das GRÜNE Zukunftspaket für ein besseres Europa! WUMS steht für Wirtschaft & Umwelt menschlich & sozial. Nach meiner Erinnerung haben wenig Kampagnen so hohe Wogen schon innerhalb der GRÜNEN Bewegung geschlagen wie diese.Ich finde WUMS übrigens super. Wir brauchen nicht einfach nur Veränderung, sondern wir brauchen schnelle Veränderung. Nationalstaatliche Regelungen allein reichen längst nicht mehr aus. Deshalb brauchen wir GRÜNE am 7. Juni bei der Kommunalwahl ein phantastisches Ergebnis. Wir wollen in Bielefeld die 20% knacken!

Die Universität Bielefeld ist ständig bemüht, ihre Abläufe und Verfahren zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.

Diese Mail habe ich gerade vom Studierendensekretariat bekommen:

Liebe Studierende,

Sie haben in diesem Jahr die Zahlungsinformationen für die Rückmeldung
zum Sommersemester per E-Mail erhalten.

Die Universität Bielefeld ist ständig bemüht, ihre Abläufe und Verfahren
zu vereinfachen und effizienter zu gestalten. Da heute die deutliche
Mehrheit von Ihnen E-Mail nutzt, haben wir uns entschlossen, auch die
Rückmeldeunterlagen auf diesem Wege zu versenden.

Leider hat sich im System ein kleiner Fehler eingeschlichen, der zu
einer falschen Berechnung der Sozialabgabe führte:
Statt des erhobenen Betrages von EUR 192,99 fallen tatsächlich nur
Kosten in Höhe von EUR 187,99 an.

Wir bitten vielmals um Entschuldigung. Den zu viel bezahlten Betrag von
EUR 5,- erhalten Sie selbstverständlich zurück.

ZweithöhrerInnen, die nur den Studienbetrag in Höhe von EUR 350,- zahlen,
sind von dieser Panne nicht betroffen.

Sie können die Rückzahlung ab Dienstag, den 14.04., gegen Vorlage eines
Lichtbildausweises im Studierensekretariat erhalten.
Leider ist eine Rückbuchung auf ihr Konto aus technischen Gründen nicht
möglich.

Haben Sie noch Fragen?

Unsere neue Service-Hotline steht ihnen gern unter 0521 / 106 – 6666 zur
Verfügung.
Anfragen per E-Mail senden Sie bitte an studsek@uni-bielefeld.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Studierendensekretariat
der Universität Bielefeld

Norderoog 2009: TeilnehmerInnen und UnterstützerInnen gesucht

Wenn ich eines Tages mal einen Schwank aus meiner Jugend erzählen soll, wird sicherlich das, was ich in den letzten Sommern auf Norderoog erlebt habe, eine ganz wichtige Rolle dabei spielen. Und auch diesen Sommer gibt es wieder Workcamps auf der mindestens schönsten Hallig der Erde. Dabei werden Lahnungen gebaut, Gräben ausgehoben, die Hütten und Stege in Ordnung gehalten – kurz: wir erledigen alle Arbeiten, die für den Erhalt der Hallig nötig sind.

Dieses Jahr feiert Norderoog ein ganz besonderes Jubiläum. Denn es ist genau 100 Jahre her, dass einige Hamburger Geschäftsleute und NaturschützerInnen auf die Idee kamen, dass eine Hallig dem Naturschutz gewidmet werden sollte. Ursprünglich hatten sie die Hallig Jordsand im Auge, weshalb der 1907 gegründete Verein auch Verein Jordsand heißt. Der damalige Eigentümer von Jordsand hatte aber Gerüchte gehört, dass ein Eisenbahndamm nach Sylt gebaut werden sollte, und weil Jordsand nordöstlich von Sylt liegt glaubte er, dieser Damm müsse über seine Hallig führen – was seine Preisvorstellungen natürlich massiv steigerte.

So kam es, dass der Verein Jordsand nicht mehr Jordsand kaufte, sondern Norderoog. Seit den 50er Jahren wird dort Uferschutz betrieben, seit den 70ern mit tatkräftiger Unterstützung junger, internationaler Workcamps.

Und der Schutz lohnt sich! Jordsand ist heute eine Sandbank, Norderoog dagegen wächst und gedeiht – oder genauer: verliert nicht weiter an Landfläche. Denn in den letzten 100 Jahren hat die Hallig auch über 100 Hektar Fläche verloren: Heute ist Norderoog nur noch etwas mehr als 10 Hektar groß, ein Rundgang dauert ungefähr 20 Minuten. Aber auch das reicht, um das bedeutendste Refugium der stark bedrohten Brandseeschwalbe und vieler weiterer bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu sein.

Von nix kommt aber nix, also brauchen wir auch in diesem Jahr wieder Leute, die mitfahren und beim Erhalt der Hallig helfen. Gesucht sind halbwegs robuste Leute zwischen 16 und 25, die auch mal im Regen arbeiten, nicht sofort verzweifeln, wenn sie bis zum Knie im Schlamm stecken und das schönste und sauberste Plumpsklo der Welt zu schätzen wissen. Geld gibts nicht, aber Ehre und Anerkennung, Essen und Zelte, sauviel Spaß und das Privileg, zwei Wochen in der am stärksten geschützten Zone des Nationalparks Wattenmeer leben zu dürfen.

Die Termine 2009:

1. Gruppe: 18.7.-1.8.09
2. Gruppe: 1.8.-15.8.09
3. Gruppe: 15.8.-29.8.09
4. Gruppe: 29.8.-12.9.09

Wer immer noch nicht weiß, was es mit Norderoog auf sich hat, aber grundsätzlich die Sache irgendwie spannend findet: Unter norderoog(ät)matthi-bolte.de beantworte ich alle Fragen, die Mensch haben kann.

Im Übrigen braucht Naturschuztarbeit immer nicht nur tatkräftige, sondern auch finanzielle Unterstützung. Auch hierzu gebe ich gerne Infos weiter – einfach anmailen.

Ein undemokratisches „Ja“ überstimmt ein halbdemokratisches „Nein“?!

Frau Rennen- Althoff, bisher Rektorin der FH Bielefeld, soll sich bald Präsidentin nennen dürfen. Der Hochschulrat hat dazu Ja gesagt, der Senat daraufhin Nö und der Hochschulrat wieder Ja. Das habe ich zum Anlass genommen, einen Leserbrief an die Bielefelder Zeitungen zu schreiben. Der geht so:

„Ich will gerne zugeben, dass ich als Student der Universität mir nur eine sehr unspezifische Meinung darüber bilden kann, wie Frau Rennen-Althoff ihre Hochschule führt und ob sie dies zum Wohl der Studierenden und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tut. Was ich aber beurteilen kann, ist dass ihre Wahl zur Hochschulpräsidentin ein undemokratischer Akt ist, der zeigt, dass die Hochschulpolitik der Herren Rüttgers und Pinkwart die Mitbestimmung der Hochschulangehörigen endgültig beerdigt hat. Auch der Senat repräsentiert die Verhältnisse an der Hochschule unzureichend, aber er hat immerhin einen Ansatz von demokratischer Legitimität, die dem Hochschulrat gänzlich fehlt. Dass ein „Nein“ des halbdemokratischen Senats durch ein „Ja“ des gänzlich undemokratischen Hochschulrats aus der Welt geräumt werden kann, ist mehr als bedenklich.

Gleiches gilt für die Studiengebührensenkung. Zwar ist jeder Euro, den Studierende nicht aufbringen müssen, um ihrem Menschenrecht nach Bildung nachzukommen, gut. Aber 350 Euro sind nur die halbe Miete. Studiengebühren müssen spätestens nach der nächsten Landtagswahl abgeschafft werden, weil ihre sozial selektive Wirkung mittlerweile nachgewiesen ist und in Deutschland mehr Akademikerinnen und Akademiker gebraucht werden.“

Mal wieder ein Angriff auf die kreative Demokratie

Nach dem (mittlerweile) allseits unbeliebten Lutz Heilmann und der nicht weniger unbeliebten Deutschen Bahn fängt sich jetzt der Atomkonzern RWE den geballten Internetprotest ein. Was ist denn jetzt schon wieder los?, fragt sich geneigte Leserin, und findet folgende Geschichte: die saustarke Organisation urgewald hat eine Satirekampagne aufgelegt, mit der RWEs „Pro-Klima“ Angebot persifliert wird. Nachdem ich das mal genauer studiert habe, weiß ich zwar nicht, ob es tatsächlich noch Satire braucht, oder ob nicht langsam die kohlestaubdreckige Lüge vom klimafreundlichen Atomstrom satirisch genug ist. Aber wie auch immer: Für dieses

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Motiv hat urgewald jetzt reichlich Zoff mit RWEs Werbeagentur. Das ist jetzt nicht mehr nur KundInnenbeschiss, sondern eine Attacke auf die Demokratie. Und dagegen sollte es Protest geben. Hier per Brief an den RWE-Vorstand,  mit Bannern zum Einfügen auf Eurer Seite oder hier mit vielen weiteren Infos.

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