Wer ist Schneider und wer ist Schneiderin?

In Bielefeld gibts einen neuen Trend der politischen Werbung. Wer was auf sich hält, kupfert von der GRÜNEN Bewegung ab. Da sind die Jusos mit ihren Sprühkreidereien „Wer ist Schneider?“ Nur ein besonders misslungenes Beispiel. Denn jeder Mensch, der sich mal mit viralem Marketing befasst hat, weiß, dass nachgemachte Aktionen dumm und albern wirken.

Aber wir sind es nicht anders gewohnt. Kohlekraftwerksclausen wirbt nicht nur für ein schönes Leben, sondern auch für ein besseres Klima. Wieviele Straßen er schon in großer Koalition mit der CDU durchgesetzt hat, verschweigt er lieber. Dass er nix zu bieten hat, als die Stadtbahnlinie nach Heepen, die alle wollen, verschweigt er auch.

Aber wer ist eigentlich Schneider? Guntram heißt er, ist DGB-Landesvorsitzender und dadurch qualifiziert, einen freien Wahlkreis der SPD zu besetzen. Ich kenne ihn als Dauergast auf GRÜNEN Landesparteitagen, wo er auch oft sinnvolle Dinge erzählt (die dann nichts mit Kohle und Autos zu tun haben) und regelmäßig den Schulterschluss zwischen Gewerkschaften und GRÜNEN beschwört. Wie gesagt: Vieles davon ist gut, auch wenn Auftritte wie beim letzten Parteitag in Hagen, wo er sich mit den Worten „Das schönste am Wein ist das Bier danach“ für das Geschenk zu seiner Rede bedankt hat, doch eher zu den ungewöhnlichen im politischen Geschäft gehören.

Wie auch immer, mit Bielefeld hat Schneider genauso wenig am Hut wie unsere andere Mitbewerberin von der CDU. Lena Strothmann ist vermutlich vielen Menschen im Plenum des Deutschen Bundestags in Erinnerung, schließlich hat sie in dieser Legislaturperiode immerhin viermal dort gesprochen. Statistisch eine Rede pro Jahr – Gratulation! Diese geringe Quantität wird nur noch dadurch getoppt, dass alle vier Reden das gleiche Thema hatten: Den Wegfall des Schornsteinfegermonopols…

Wer was anderes sucht als einen Unterbringungsfall des austauschbaren Verbandsfunktionärs oder eine abwesend-unbekannte, muss wohl auf die GRÜNE Alternative zurückgreifen. Wer das ist? Einfach mal hier klicken.

~ von matthibolte am 19. August 2009.

4 Antworten to “Wer ist Schneider und wer ist Schneiderin?”

  1. Also bitte. Meine Sympathien für die Grünen schmelzen bei diesen selbstgefälligen Texten dahin wie die Eisberge im Klimawandel.
    Das passt gut zu meinen Erfahrungen mit der Oberbürgermeisterkandidatin: Wer hochnäsig andere Mitbewerber derart unflätig beschimpft wie Marianne Weiß erfährt überaus angemessen solche Ergebnisse. Mich jedenfalls hat das verschreckt.
    Ebenso wie „Aber wir waren die Ersten, die mit Kreide auf die Straße gesprüht haben…“ – Ego-Äußerungen. Na wenns denn dem eigenen Ego hilft…

    • Lieber Julius,

      danke für Deinen Kommentar.

      Das Ergebnis von Marianne Weiß ist ein gutes Ergebnis, jedenfalls vor dem Hintergrund der demokratiefeindlichen Abschaffung der Stichwahl durch die Landesregierung. Ich kann mich nicht erinnern, dass Marianne irgendwann ihre Mitbewerber in einer unangemessenen Form beschimpft hätte. Sollte ich etwas übersehen haben, würden mich diese Beispiele interessieren. Ich finde, meine Meinung über den Direktkandidaten der SPD sollte ich nicht verstecken, ebensowenig sollte ich verschweigen, dass er meines Erachtens nicht zu der Generation der Sozialdemokratie gehört, mit der dieses Land zukunftsfähig aufgestellt werden kann – denn dazu gehören nicht nur inhaltliche Übereinstimmungen, sondern auch eine gleiche gesellschaftliche Vision und eine ähnliche politische Kultur!

      Und das mit der Kreide. Ich kanns verstehen, dass die SPD, bzw. die Jusos nicht gerne hören, dass sie die Aktion kopiert haben. Sei’s drum. Wer drei Wochen später die gleiche Aktion macht, muss sich diesen Vorwurf gefallen lassen. Oder er braucht recht lange zum Planen kleinster Aktionen – was auch erklärt, weshalb die Jusos bevorzugt den Kandidaten die Rosen tragen und keine eigenen Aktionen bringen.

  2. und jetzt gibt er auch noch den ströbele.

  3. [...] Matti schon im [...]

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