Matthi Bolte
für grün begeistern.Archiv fürEnergie
Neuigkeiten zu Vattenfall
Hier habe ich mich noch darüber ausgelassen, dass Vattenfall, Deutschlands Klimakiller Nummer Eins im Energiesektor, mit einer bizarren Kampagne Greenwashing zu betreiben versucht. Jetzt gibt es aber endlich Konkurrenz. Unter www.klimaunterschrift-vattenfall.de/ betreibt Greenpeace eine Seite, auf der es wirklich um Klimaschutz geht, wenn man für den Klimaschutz unterschreibt. Die drei Punkte der Klimaschutzerklärung:
- Wir brauchen einen europäischen Emissionshandel mit 100 Prozent Versteigerung der CO2 – Emissionen.
- Wir investieren in Erneuerbare Energien statt in Kohlekraftwerke.
- Wir brauchen Klimaschutzstandards für Kraftwerke.
und als Update: Das Video von Greenpeace:
Irrwitzige Kampagne von Vattenfall
Nun sind wir von Vattenfall ja einiges gewohnt. Nicht nur den Kohlekolloss von Moorburg. Wer sich zwei Jahre zurückerinnern möchte, weiß, dass es ein Atomkraftwerk von Vattenfall war, dass Europa damals so nah an den Rand der atomaren Katastrophe gebracht hat wie seit Tschernobyl nicht mehr: Forsmark in Schweden.
Jetzt haben sich die Schweden was ganz besonderes ausgedacht. Online darf man eine Klimaschutzerklärung unterzeichnen und wird zu kleinen Schritten aufgefordert, z.B. Hähnchen statt Rindfleisch essen (wie wärs eigentlich mit gar keinem Fleisch?). Gut, dass Vattenfall lieber verschweigt, dass der Konzern in Deutschland 80% seines Stroms mit fossilen Energieträgern erzeugt und nochmal 15% Kernenergie obendrauf packt. International betrachtet sind es 42% Fossile und 35% Kernkraft (Quelle).
Wer von Klimaschutz redet, sollte auch konsequent sein: Bei der Erzeugung von Vattenfall-Strom entstehen pro KWh 655 bis 655 Gramm CO2. Ein Ökostromanbieter im Vergleich dazu: 0 Gramm. Macht in der Summe für einen Standardhaushalt eine Einsparung pro Jahr von 2950 kg (Mehr Infos).
Vielleicht sollte Vattenfall seine Plastikfiguren lieber für StromwechslerInnen verschenken.
Moorburg darf nicht Schule machen!
Es ist traurig, aber war wohl nicht zu verhindern. Anja Hajduk musste das Kohlekraftwerk Moorburg genehmigen. Hamburg ist damit einen großen Schritt zurück ins fossile Zeitalter gegangen, der aber schon vor der Wahl zu weit vorbereitet war. Alles andere als die Genehmigung wäre ein Bruch mit geltendem Recht gewesen und insofern kein gangbarer Weg.
Der jetzt gewählte Weg ist wohl das Maximum von dem, was zu erreichen war.
Vattenfall wird zu Recht so gut es geht geärgert: die Auflagen, die den Energiekonzern zwingen, sein überdimensioniertes Millionengrab an 250 Tagen mit gedrosselter Leistung zu fahren, sind ein wichtiger Schritt, Vattenfall zum Umdenken zu zwingen. Über acht Millionen Tonnen Kohlendioxid, eine noch längst nicht verhinderte Erwärmung der Elbe und die Festlegung auf eine rückständige Energieform auf Jahrzehnte – all das sind gute Gründe, selbst den ersten Schritt zu machen. Der besteht im Stromwechsel. Ich bin seit der Auseinandersetzung um das Bielefelder Kohlekraftwerk nicht mehr Kunde der Stadtwerke, sondern bekomme nachhaltigen Strom von Greenpeace Energy. Viele Infos zum Stromwechsel gibt es hier. Und wie das Grüne Energiekonzept für die Zukunft aussieht, könnt Ihr hier nachlesen.
Welche Konsequenzen Moorburg für die Koalition in Hamburg hat, lässt sich wohl nicht absehen. Natürlich wird es bei den Hanseatischen FreundInnen heftige Diskussionen geben. Ich hoffe, dass sie nicht vergessen, dass dies eine ausschließlich rechtsstaatliche Entscheidung ohne politischen Spielraum war. Wie groß die politischen Überschneidungen mit der Partei, die diese rechtsstaatliche Entscheidung vor der Bürgerschaftswahl herbeigenötigt hat, noch sind, wird zu klären sein.
Zuletzt: hier geht es zum Aufruf „Klimaschutz ohne wenn und aber – Nein zur atomaren Renaissance und zu neuen Kohlekraftwerken!“ und hier zu Kathrin Hennebergers Erfahrungsbericht bei der Besetzung der Baustelle in Moorburg.



