Matthi Bolte
für grün begeistern.Archiv fürWahlkampf
Wer ist Schneider und wer ist Schneiderin?
In Bielefeld gibts einen neuen Trend der politischen Werbung. Wer was auf sich hält, kupfert von der GRÜNEN Bewegung ab. Da sind die Jusos mit ihren Sprühkreidereien „Wer ist Schneider?“ Nur ein besonders misslungenes Beispiel. Denn jeder Mensch, der sich mal mit viralem Marketing befasst hat, weiß, dass nachgemachte Aktionen dumm und albern wirken.
Aber wir sind es nicht anders gewohnt. Kohlekraftwerksclausen wirbt nicht nur für ein schönes Leben, sondern auch für ein besseres Klima. Wieviele Straßen er schon in großer Koalition mit der CDU durchgesetzt hat, verschweigt er lieber. Dass er nix zu bieten hat, als die Stadtbahnlinie nach Heepen, die alle wollen, verschweigt er auch.
Aber wer ist eigentlich Schneider? Guntram heißt er, ist DGB-Landesvorsitzender und dadurch qualifiziert, einen freien Wahlkreis der SPD zu besetzen. Ich kenne ihn als Dauergast auf GRÜNEN Landesparteitagen, wo er auch oft sinnvolle Dinge erzählt (die dann nichts mit Kohle und Autos zu tun haben) und regelmäßig den Schulterschluss zwischen Gewerkschaften und GRÜNEN beschwört. Wie gesagt: Vieles davon ist gut, auch wenn Auftritte wie beim letzten Parteitag in Hagen, wo er sich mit den Worten „Das schönste am Wein ist das Bier danach“ für das Geschenk zu seiner Rede bedankt hat, doch eher zu den ungewöhnlichen im politischen Geschäft gehören.
Wie auch immer, mit Bielefeld hat Schneider genauso wenig am Hut wie unsere andere Mitbewerberin von der CDU. Lena Strothmann ist vermutlich vielen Menschen im Plenum des Deutschen Bundestags in Erinnerung, schließlich hat sie in dieser Legislaturperiode immerhin viermal dort gesprochen. Statistisch eine Rede pro Jahr – Gratulation! Diese geringe Quantität wird nur noch dadurch getoppt, dass alle vier Reden das gleiche Thema hatten: Den Wegfall des Schornsteinfegermonopols…
Wer was anderes sucht als einen Unterbringungsfall des austauschbaren Verbandsfunktionärs oder eine abwesend-unbekannte, muss wohl auf die GRÜNE Alternative zurückgreifen. Wer das ist? Einfach mal hier klicken.
WUMS*
Nach der großartigen Satire von Frontal21 vom letzten Dienstag folgt nun ein weiterer Anschlag auf den WUMS. Diesmal vom Poetry Slam beim Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND.
Der Wums!
Wer Unter Menschen Seine
Wahre, Unverstellte Meinung Sagt
Wird Unumstößlich Mehrmals Sehen
Wie Umstände Mittelmaß Säen
Wider Unseren Mächtigen Slogan
Werden Umsonst MännerInnen Streiten
“Wehe Uns”, Meinte Selbst
Weise Urgesteine Mit Säuerlichkeiten
W U M S
gemopst aus dem Blog der GJ.
* WUMS ist das GRÜNE Zukunftspaket für ein besseres Europa! WUMS steht für Wirtschaft & Umwelt menschlich & sozial. Nach meiner Erinnerung haben wenig Kampagnen so hohe Wogen schon innerhalb der GRÜNEN Bewegung geschlagen wie diese.Ich finde WUMS übrigens super. Wir brauchen nicht einfach nur Veränderung, sondern wir brauchen schnelle Veränderung. Nationalstaatliche Regelungen allein reichen längst nicht mehr aus. Deshalb brauchen wir GRÜNE am 7. Juni bei der Kommunalwahl ein phantastisches Ergebnis. Wir wollen in Bielefeld die 20% knacken!
Eierlegende Wollmilchsau endlich entdeckt!
Es ist fast eine Sensation der Bielefelder Politik. Es gibt sie nämlich, die eierlegende Wollmilchsau, die unsere freundlichen Mitbewerber (-Innen habe ich da noch nicht gesehen) von der WählerInnengruppierung „Bürgernähe“ gesucht haben. Ein Mensch, der von der FDP bis zur Linken eine marktradikal-linksliberale Haltung transportiert und nebenher noch unabhängig von der Parteienstruktur ist.
Habemus Papam. Hans-Joachim I., bürgerlicher Name Ludwig, tritt für die Bürgernähe als OB-Kandidat an.
Ludwigs vielgepriesene Unabhängigkeit manifestiert sich vor allem darin, dass er weiß, dass er dagegen ist. Sei es eine neue MVA an der Stadtgrenze mit Gütersloh oder die ebenso überflüssige Verlängerung der Landebahn auf dem Landeplatz Windelsbleiche. Das ist gut und richtig, auch wenn es einen Kandidaten sicherlich nicht dazu qualifiziert, eine Stadt zu führen. Seine Unabhängigkeit manifestiert sich noch viel stärker darin, dass er Leserbriefe gegen seine eigene Ratsgruppe schreibt. Es ist noch gar nicht lange her, dass er gegen „die Politiker“ wetterte, die das Beigeordnetengremium ausgeweitet hatten, um ein eigenes Umweltdezernat zu schaffen. Seine Ratsleute haben das begrüßt, Ludwig sieht darin Geldverschwendung. Wenn wir uns erinnern, dass erst Pit Clausen und dann die Bürgernähe alles versucht haben, um diese Stärkung von Umwelt- und Klimabelangen im Verwaltungsvorstand vor die Wand zu setzen, ist Ludwigs Positionierung nur konsequent. Eine Stärkung von Natur, Umwelt und Klima ist dieser chaotische Haufen sicherlich nicht. Aber zurück zu Ludwigs Unabhängigkeit, die mich so begeistert. Ich finde, der Vorsitzende einer Partei ist so unglaublich Unabhängig von der Parteipolitik, dass es einem die Schuhe ausziehen könnte. Also ungefähr so unabhängig wie George Bush von der Ölindustrie.
Ich würde dennoch nicht sagen, dass eine Stimme an Ludwig weggeworfen ist. Im Gegenteil: Es ist gut, den BürgerInnen die Wahl zu überlassen, wer denn ihre Stadt am besten voranbringt. Und für uns Grüne ist es letztlich egal, wer hinter Marianne Weiß auf Platz zwei landet. Die Auseinandersetzung scheuen wir nicht!
Trotzdem muss sich Ludwig fragen lassen, wieso er eigentlich kandidiert. Denn Martin Schmelz, allseits beliebter Ratskollege aus der „Bürgernähe“, hat heute im Westfalen-Blatt erklärt, „dass die Politik der »Bürgernähe« im Wahlkampf auch ein Gesicht brauche. “ Ein Zählkandidat, ein Feigenblatt, ein Lückenbüßer, ein Plakatfüller – aber offensichtlich keiner, der es werden will. Sonst würden ihn seine eigenen Leute wohl kaum dermaßen abqualifizieren. Das ist dann kein Gewinn mehr für die Demokratie. Sondern das ist Politik, wie „Bürgernähe“ sie ablehnt. Und wie ich sie echt abstoßend finde, weil sie genauso undemokratisch ist wie das Gesülz unseres SPD-Mitbewerbers. Schade.
All together now!
GRÜNE zu Urteil zum Kommunalwahltermin
„Völlig zu Recht hat der Landesverfassungsgerichtshof heute der Schwarz-Gelben Landesregierung eine Lehrstunde in Verfassungsrecht erteilt und sie für ihre antidemokratische Taktiererei rund um den Wahltermin abgestraft“ erklärt die OB-Kandidatin der Bielefelder GRÜNEN, Marianne Weiß. „Jetzt wackelt innerhalb weniger Tage erneut der Stuhl eines Ministers aus dem Kabinett Rüttgers, denn IM Wolf ist nicht mehr zu halten“ ergänzt Wahlkampfmanager Matthi Bolte.
Die Ausrichtung der Wahlkämpfe müsse nun neu konzipiert werden, erläutert Bolte. „Wir GRÜNE als die Europapartei werden aber nicht weniger Energie einsetzen, denn wir wissen schließlich um die Relevanz der Europäischen Union, sowohl für die Bundespolitik auch für die Kommunen.“
Offenbar soll die Kommunalwahl am 30. August stattfinden. Die GRÜNEN richten sich auf einen gemeinsamen Kommunal- und Bundestagswahlkampf ein. Ziele sind weiterhin eine Oberbürgermeisterin Marianne Weiß, eine zahlenmäßig gestärkte Ratsfraktion und Britta Hasselmann als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete. Weiß: „Wir werden jetzt erst recht in einen starken, eigenständigen Wahlkampf ziehen – all together now!“
Hoppe Hoppe Reiter
… wenn er fällt, dann schreit er.
Offensichtlich hat unser Mitbewerber Pit „die SPD bin ich“ Clausen richtig Angst vor dem Fall. Denn sonst würde er wohl kaum sein aberwitziges und antidemokratisches Gesülz wiederholen, die Stimme für eine andere demokratische Partei als seine kränkelnde Gruppierung (Ex-Volkspartei) sei für den Müll. Schon diesen Stil würde ich außerhalb des Internets mit den Worten „zum Kotzen“ titulieren. Im Internet schreibe ich sowas natürlich nicht, kreative Menschen dürfen aber per Kommentarfunktion eine elegante Beschreibung für „zum Kotzen“ beisteuern
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Nun denn, Pit „die SPD bin ich“ Clausen hat sich ein neues Bild ausgedacht. Dass diese Geschichte mit dem Umweltschutz von einem, der auszog, ein Kohlekraftwerk zu bauen, nicht glaubhaft vertreten werden kann, könnte langsam ankommen. In seinen rhetorischen Ausfällen sind wir Grüne neuerdings Steigbügelhalter des Herrn Landgraf von der CDU. So redet nur einer, der richtig Panik hat. Er, der in den letzten Jahren nichts, aber auch gar nichts getan hat, um für GRÜNE Unterstützung zu werben, der nichts zu bieten hatte und dessen Programm eine schnöde und ideenlose Sammlung abgehangener Initiativen ist, in denen der Clausen des Monats schon ein echtes Highlight darstellt, will mit seinem Geschrei wohl von all seinen ökologischen und sozialen Fehlleistungen – von Kohlekraftwerk bis L712n – ablenken. Oder was reitet einen zu sowas?
Wie auch immer: Wir haben uns das Programm der beiden anderen Kandidaten angehört und uns entschieden, dass wir es besser können. Besser als ein Landgraf sowieso und besser als ein Clausen, der sich so gerne als kleinen König von Bielefeld sähe.
Übrigens: wenn man Hoppe Hoppe Reiter weitersingt, kommt man zu folgenden Versen:
Fällt er in das grüne Gras,
dann macht er sich die Hosen nass.



